FEUERBERGE
Die höchsten Feuerberge auf Europas fernen Inseln  NORWEGEN
Letzte Aktualisierung: 07.07.2019
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Geografie:   Der    Beerenberg    („ Bärenberg “)    ist    der    nördlichste    über    dem    Meeresspiegel gelegene    aktive    Vulkan    der    Erde.    Er    liegt    auf    der    politisch    zu    Norwegen gehörenden   Insel   Jan   Mayen .    Vom   Meeresgrund   an   gemessen   erreicht   er   eine Höhe von etwa 5000 m. Aufstiegsroute: Der    Start    zur    Tour    erfolgte    in    der    Walrossbucht    (Kvalrossbukta).    Dank freundlicher   Unterstützung   des   Stationschefs   von   Olonkinbyen   wurden   wir   per Jeep   bis   in   das   Tal   Ekerolddalen   gefahren.   Dort   begann   der   Aufstieg   über   den Kronprins   Olavs   Bre   bis   zum   Nunataken.   Von   der   Felsinsel   aus   ging   es   angeseilt mit   Steigeisen   über   den   Steilhang   (Bratthenget)   hinauf   zum   Kraterrand   und   dann weiter zum Gipfel. Abstiegsroute: Wie Aufstieg. Anstrengung: Schwere   Bergtour.   Über   2000   Höhenmeter   sind   zu   bewältigen.   Unser   Auf-   und Abstieg war ca. 30 km lang und dauerte 18 Stunden. Ausrüstung: Komplette Hochgebirgsausrüstung … Gefahren: Bei Nebel kann es zu Orientierungsproblemen kommen.
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© Erich Arndt
Piton des Neiges Piton des Neiges Montanha do Pico Montanha do Pico Beerenberg Beerenberg Queen Mary‘s Peak Queen Mary‘s Peak Mount Scenery Mount Scenery Mountain Hiker Vulkane Pico del Teide Pico del Teide
Im Reisetagebuch geblättert (Sonnabend / Sonntag, 22.06. / 23.06.2019)                                                                                                                   Der gefühlt längste Tag meines Lebens: 33 Stunden unter der Mitternachtssonne
Lage der Insel Jan Mayen Insel Jan Mayen Der Vulkan Beerenberg Die Reiseroute von Leipzig nach Jan Mayen Start der Jan-Mayen-Fahrer in Reykjavik Die "Arktika" ist startklar Unser Kapitän Olafur (Óli) Kolbeinn Gundmansson Noch geht es dem Erich gut
Seereise mit der „Arktika“ von Ísafjörður nach Jan Mayen
Ingunn genießt die Fahrt aus dem Hafen Island Adieu Immer schön Kurs halten Hákon ist die gute Seele an Deck und in der Kombüse Landung in Isafjördur Seegang gut - Essen gut -gute Stimmung Mit dem Schlauchboot wird auf Jan Mayen mit Sack, Frau und Mann angelandet Ankerplatz in der Walrossbucht
Der lange Weg nach Jan Mayen beginnt in Leipzig
Lagerplatz auf Jan Mayen in der Walrossbucht (Kvalrossbukta)
Meine Spuren im Lavasand auf Jan Mayen werden bald verweht sein Nach der Ankunft kocht Stig ein Mittagessen für unsere Gruppe Zeltplatz in der Walrossbucht Das Toilettenhäuschen hat einen besonderen Charme In der Bucht gibt es viel zu entdecken Hunderte Stämme Treibholz liegen an der Küste
Anfahrts- und Aufstiegsroute Der Aufstieg in Ekerolddalen beginnt im Lavasand Der Weg auf dem Kronprins Olavs Bre ist endlos lang Marte freut sich über die Sonne, Erich stapft dahin Rast auf dem Nunataken Auf dem Steilhang muss ich kämpfen Viele Gletscherspalten müssen umgangen bzw. überquert werden
Von der Walrossbucht zum Tal Ekerolddalen - Aufstieg zum Kraterrand
Der Weg zum Haakon VII Topp
Auf dem Gletschrand geht's zum Haakon VII Topp Das Ziel ist im Blick Der Schlussanstieg zum Gipfel
Gipfelblicke vom Beerenberg
Vor dem Gipfelpanorama auf dem Beerenberg Der Kraterrand des Beerenberg ist erreicht Bergstillleben mit Erichs Eispickel Blick zum Weyprechtgletscher Blick über den Kraterrand zum Mercantontoppen
Gipfelstürmer
Die Seilschaft auf dem Weg zum Mercantontoppen Gratwanderung Der 2.188 m hohe Mercantontoppen ist erobert Auf dem Kraterrand geht's auf und ab Mensch und Natur im richtigen Größenverhältnis Espen genießt den Gipfelblick
Am   Mittwoch   war   die   norwegische   Expeditionsmannschaft,   zu   der   ich als   einziger Ausländer   gehöre,   vom   isländischen   Hafen   in   Ísafjörður   aus mit   dem   Segelboot   Arktika “   in   Richtung   Jan   Mayen   gestartet.   Der dritte   Tag   auf   See   ist   angebrochen.   Am   Morgen   reduziert   die   Crew   die Segel,   das   Schiff   wird   langsamer,   liegt   weniger   schräg   im   Wasser   und es    wird    etwas    ruhiger.    Um    5:00    Uhr    versuche    ich    mich    an    der Morgentoilette,   totale   Fehlanzeige,   das   Gewackel   sorgt   dafür,   dass   mir wieder   etwas   schwindlig   wird.   Zum   Frühstück   kann   ich   ganz   ordentlich reinhauen.    Dann    wieder    ab    in    die    Koje,    Energie    sammeln    für    den anstrengenden   Aufstieg   auf   den   Beerenberg,   der   hoffentlich   stattfinden wird.   Gegen   7:00   Uhr   taucht   am   Horizont   ein   dunkler   Strich   zwischen Nebel, Wolken   und   grauem   Meer   auf   –   Jan   Mayen.   Nach   einer   weiteren Stunde   zeigt   sich   das   Sørvestkapp   (Südwestkapp)   der   Insel.   Aus   der Wolkenschicht   ragt   der   höchste   Berg   von   Süd-Jan,   der   Rudolftoppen (769 m)    hervor.    Ich    stelle    meine    Uhr    von    der    isländischen    auf    die norwegische   Zeit   um.   Norwegen   ist   2   Std.   weiter. Alle   sind   an   Deck,   es ist    saukalt    geworden.    Der    Wind    ist    jedoch    erfreulich    schwach,    die Brandung   gering.   Die   lavaschwarze   Steilküste   von   Jan   Mayen   macht einen   abweisenden   Eindruck.   Gegen   9:00   Uhr   wird   nach   65   Stunden und   geschipperten   445   Seemeilen   (824   km)   der Anker   in   der   windstillen Kvalrossbukta   (Walrossbucht)   geworfen.   Die   Szenerie   ist   wie   in   einem Film, etwas unwirklich! An     Bord     wird     es     etwas     stressig.     Die     Ausrüstung     und     die Expeditionsmannschaft    müssen    per    Schlauchboot    an    Land    gebracht werden.   Dank   der   geringen   Brandung   gelingt   das   ganz   gut   -   in   einer Stunde   ist   alles   erledigt.   Hunderte   von   Seevögeln   nisten   in   den   zackigen Lavaklippen.   Der   Strand   ist   voller   Treibholz,   ein   Indiz,   dass   wir   auf   der richtigen   Insel   sind.   Das   Holz   ist   gesetzlich   geschützt   und   wurde   vor mehr    als    20    Jahren    von    Meeresströmungen    aus    Sibirien    über    den Nordpol    getrieben.    Vom    Ufer    wird    das    ganze    Material    dann    noch einmal    ca.    200    Meter    landeinwärts    geschleppt.    Das    Wetter    ist    zum Glück   freundlich,   der   Wind   schwach   und   es   ist   ca.   5   Grad   warm.   Nach der Anlandung schwankt irgendwie der Boden unter den Füßen. Am   Lagerplatz   in   der   Walrossbucht   werden   wir   vom   Commander   der Station    Olonkinbyen,    John   Anders    Bestum    sowie    von    Heidi    Fureli, einer   Mitarbeiterin,   begrüßt.   Sie   sind   mit   einem   Jeep   von   der   anderen Seite   der   Insel   gekommen.   Dort   befindet   sich   die   norwegische   Station, die   eine   Kombination   aus   Wetterstation   und   NATO-Militärposten   ist. Unsere   Gastgeschenke   bestehen   aus   zwei   Beuteln   mit   Trockenfisch   aus Island     und     einem     kleinen     Teddybär,     ein     Leipzigsouvenir.     Der Informationsaustausch   wird   norwegisch   geführt,   sodass   ich   nur   wenige Worte   verstehe.   Die   gegenwärtig   gute   Wetterlage   soll   sich   bereits   am morgigen   Sonntag   durch   ein   nahendes   Sturmtief   verschlechtern,   sodass ein   zeitnaher   Aufstieg   auf   den   Beerenberg   zwingend   erforderlich   ist. Der    Stationschef    sichert    den    Transport    der    Gruppe    bis    zum    Tal Ekerolddalen   per   Jeep   zu.   Das   ist   die   gute   Nachricht,   denn   allein   bis zum   Bergfuß   müssten   wir   von   der   Walrossbucht   aus   zusätzlich   für   den Hin- und Rückweg 32 km gehen. Nun   geht   alles   ganz   schnell.   Die   vier   Zelte   werden   auf   schwarzem Lavagrund   aufgestellt.   Als   Verspannungsanker   dienen   Steine,   die   im lockeren   Grund   eingegraben   werden.   Stig   bereitet   auf   dem   Gaskocher eine    Pfanne    Ragù    alla    Bolognese    zu    und    kocht    einen    großen    Topf Nudeln   dazu.   Im   Hauptzelt   wird   gegessen.   Improvisation   irgendwo   im Nirgendwo.  Um   15:00   Uhr   sind   Tommy,   Stig,   Espen,   Jonas,   Marte,   Ingunn,   Randi und   ich   abmarschbereit.   Gunnhild,   die   neunte   der   Gruppe,   hatte   den Beerenbergaufstieg   für   sich   bereits   ausgeschlossen.   Sie   bleibt   im   Lager und    wird    auf    dem    Boot    nächtigen.    Wie    zugesagt    kommen    zur verabredeten   Zeit   die   zwei   Jeeps.   Der   eine   wird   vom   Commander   und der   andere   von   einem   Techniker   gefahren.   Über   eine   sehr   holprige   Piste geht   es   16   km   bis   ins   Tal   Ekerolddalen   hinein.   Am   Pistenende   zeigt mein   GPS   61   m   Höhe   an.   Die   Temperatur   liegt   um   den   Gefrierpunkt. Graue     Wolken     verdüstern     den     Himmel.     Vor     uns     liegen     2.216 Höhenmeter   rauf   und   runter   in   einem   Ritt “,   verteilt   auf   etwa   30   km ohne   zu   nächtigen;   das   ist   notwendig:   erstens   gibt   es   auf   dem   Weg   zum Gipfel   keine   Schutzhütte,   zweitens   ist   das   Wetter   unberechenbar   und drittens   ist   es   behördlich   untersagt,   außerhalb   des   genehmigten   Platzes, der   in   der   Walrossbucht   liegt,   zu   kampieren.   Um   16:00   Uhr   geht   es   los, die   Gruppe   der   Willigen   setzt   sich   in   Bewegung.   Die   Jüngsten   sind   29 und   der   Älteste   70   Jahre   alt.   Tommy   gibt   ein   scharfes   Tempo   vor.   Der Beerenberg,   der   nördlichste   Vulkan   der   Erde,   zeigt   sich   noch   nicht   den Winzlingen,   die   zu   ihm   hinauf   wollen.   Die   ersten   Kilometer   geht   es durch   Lavasand   und   über   mit   Moos   bedeckte   Lavabrocken.   Der   bislang leichte   Anstieg   führt   auf   und   ab   durch   eine   unübersichtliche   wellige Landschaft.   Da   mein   Gleichgewichtssinn   noch   ein   Defizit   hat,   stolpere ich   über   einen   Lavabrocken   und   stauche   mir   beim   Sturz   den   rechten Handballen. Ein Warnschuss! Nach   2   Wegstunden   tauchen   wir   in   Nebelschwaden   ein.   Auf   sulzigem Schnee    stapft    die    Gruppe    sanft    ansteigend    nun    über    viele    Stunden weiter     über     den     Gletscher     Kronprins     Olavs     Bre      bergauf.     Mit zunehmender    Höhe    lichtet    sich    der    Nebel    und    plötzlich    liegen    die Wolken    unter    uns    und    die    Sonne    scheint.    Um    21:30    Uhr    ist    der Nunataken   erreicht   (Nunatak   ist   ein   isolierter,   über   die   Oberfläche   von Gletschern     aufragender     Felsen     oder     Berg).     Die     Sicht     auf     den Gipfelaufbau   des   Beerenbergs   ist   ausgezeichnet.   Auf   den   Felsen   des Nunataken   wird   nach   5:15   Aufstiegsstunden   gerastet.   Die   Temperatur
ist   auf   etwa   –   5°C   gesunken.   Mein   GPS   zeigt   eine   Höhe   von   1.560   m an.   Die   Mitternachtssonne   strahlt   vom   Himmel   –   ein   Vorteil   auf   dem 71° nördlicher Breite. Nach   der   Rast   werden   Gurte   und   Steigeisen   angelegt. Tommy   teilt   das Seil   ein,   dann   geht   Stig   voran   und   legt   uns   eine   gute   Spur.   Das   macht es   für   die   Nachsteiger   deutlich   leichter   voranzukommen.   Der   folgende Abschnitt   wird   zunehmend   steiler   und   geht   in   den   Bratthenget   (steile Böschung)     über.    An     der     steilsten     Stelle     wartet     ein     40     Grad ansteigender   Hang   auf   uns.   Darüber   hinaus   müssen   lang   hingezogene diverse    Gletscherspalten    umgangen    bzw.    überstiegen    werden.    Der Blick     in     die     Spalte     geht     tief     und     verliert     sich     im     blaugrün schimmernden    Schlund.    Höchste    Wachsamkeit    und    Konzentration sind   geboten.   Bricht   jemand   ein,   muss   sofort   reagiert   werden.   Das Seil   wird   straff   gehalten,   der   Pickel   ist   fest   im   Griff,   um   bei   einem Sturz    in    das    Eis    gerammt    zu    werden.    Das    für    mich    hohe   Tempo fordert   Tribut.   Ich   muss   mehrere   Pausen   einlegen.   Um   weiter   zügig voranzukommen,     übernehmen     Jonas,     Espen     und     auch     Marte abwechselnd   meinen   Rucksack,   um   mich   zu   entlasten.   Nach   einer gefühlten   Ewigkeit   kommt   die   Schulter   zum   Kraterrand   in   Sicht.   Im Zickzack   geht   es   langsam   durch   die   steile   Wand   aufwärts.   Nur   nicht hinaufschauen,   denn   dann   wird   es   noch   schwerer.   Plötzlich   stehe   ich auf   der   Kante.   GPS-Höhe:   2.100   m.   Es   ist   der Wordiepunkt,   die   tiefste Stelle   des   Kraterrandes.   Der   Hang   bricht   abrupt   ab   und   fällt   auf   der anderen   Seite   in   den   fast   kreisrunden   Krater   ab,   der   sich   nur   nach Nordwesten   öffnet.   Ein   faszinierendes   Bild   zeigt   sich   den   Augen:   In zerrissenen   Kaskaden   bricht   der   Weyprechtgletscher   ins   Meer   ab.   Die flach   über   dem   Horizont   stehende   Sonne   leuchtet   den   vollständig   mit Schnee   bedeckten   Krater   aus,   der   etwa   einen   Durchmesser   von   1,5 km   hat. Auf   dem   Kraterrand   verteilt,   erheben   sich   ein   Dutzend   Hügel, weitere   2.000er,   die   vom   Haakon   VII   Toppen   nur   um   wenige   Meter überragt   werden.   Ich   habe   mich   erholt,   um   weiterzugehen   und   trage den   Rucksack   wieder   selbst.   Trotz   des   unangenehmen   Windes   sind die   Temperaturen   auszuhalten.   Als   erste   Barriere   zum   Hauptgipfel wird   der   Wordietoppen   (2.210   m)   überschritten.   Es   folgen   nun   immer wieder   kleinere Auf-   und Abstiege,   immer   am   Kraterrand   entlang.   Die Uhr   zeigt   1:00   Uhr,   doch   auf   Jan   Mayen   ist   es   taghell.   Der   Sonnabend ist in den Sonntag übergegangen. Nach   einer   halben   Stunde   Kraterrandkraxelei   bleibt   die   Seilschaft   vor einem   Schnee-Dom   stehen.   Der   Haakon   VII   Toppen   ist   erreicht.   Um auf   den   Gipfel   zu   steigen,   muss   ich   mich   nochmals   motivieren,   denn der   liegt   noch   einige   Meter   höher.   Der   Pickel   kommt   zum   Einsatz, dann,   um   1:30   Uhr,   stehe   ich,   vermutlich   als   erster   Leipziger,   auf   dem höchsten    Punkt    vom    Beerenberg:    2.277    m    über    der    Grönlandsee. Nichts   ist   höher   im   weiten   Umkreis,   die   nächsthöheren   Gipfel   sind der   Galdhoppigen   in   Norwegen   und   die   Gebirge   Grönlands.   Es   ist   der höchste   natürliche   Punkt   zwischen   Amerika   und   Europa.   Der   Blick schweift     über     den     riesigen     Schlittschuh     Jan     Mayen.     Weit     im Südwesten   der   Insel   ist   der   Rudolftoppen,   die   höchste   Erhebung   auf South   Jan,   zu   erblicken.   Die   Sonne   scheint   und   der   Wind   bläst   aus Nordwest.    Nach    der    Gipfelschau    geht    es    wieder    hinunter    zum Kraterrand.    Die    Norweger    haben    das    Ziel    alle    2000der    auf    dem Kraterrand   zu   besteigen.   Auf   fünf   der   elf   Gipfel,   die   im   Rund   liegen, lasse ich mich ein, zu ihnen gehören die Zacken Haakon VII Topp (2.277 m) Haakon VII Fortoppen (2.255 m) Nordvestre Humpekul (2.210 m) Sorostre Humpekul (2.212 m) Wordietoppen         (2.210 m). Während   die   junge   Garde   in   kleinen   Gruppen   sich   auf   den   Weg   zu den   übrigen   Gipfeln   macht,   lasse   ich   mich   an   windgeschützter   Stelle auf   meiner   Isomatte   nieder,   umhülle   mich   mit   einem   Windsack   und genieße die wärmende Sonne und das grandiose Panorama. Nach   der   Rückkehr   des   letzten   Gipfelstürmers   beginnt   der   Abstieg vom   Thron   Jan   Mayens.   Der   Rückweg   zum   Nunataken   durch   die Spaltenzone   erfolgt   auf   der   gleichen   Route.   Stig   ist   ein   erfahrener Guide   und   führt   uns   am   Seil   sicher   über   so   manchen   eisigen Abgrund. Auf   der   Felsinsel   werden   die   Steigeisen   und   das   Seil   abgelegt,   dann wird    Schnee    per    Gaskocher    geschmolzen,    um    die    Trinkflaschen aufzufüllen    und    etwas    gegessen.    Der    weitere    Abstieg    durch    den sulzigen   Schnee   nimmt   seinen   Lauf.   Gegen   10:00   Uhr   ist   das   Ende des   letzten   Schneefeldes   erreicht   und   eine   Stunde   später   sind   wir    nach einer   18   Stunden-Tour   am   Ausgangspunkt   Ekerolddalen   angelangt. Die   Ankunft   wird   per   Satellitentelefon   der   Station   gemeldet.   Bis   die Jeeps   eintreffen,   vergehen   weitere   zwei   Stunden,   sodass   die   Rückfahrt zur   Walrossbucht   erst   gegen   14:00   Uhr   endet.   Nach   33   Stunden   ohne Schlaf    unter    der    Mitternachtssonne    ist    mein    Zeitgefühl    verloren gegangen   –   ist   auch   egal.   Nach   diesem   Marathon   der   besonderen   Art bin   ich   total   platt.   Vom   momentanen   Gefühl   her   war   es   der   längste Tag   meines   bisherigen   Lebens.   Ich   bin   so   glücklich   darüber,   das   Ziel erreicht   zu   haben   und   darüber,   dass   sich   das   viele   Training   im   Vorfeld ausgezahlt   hat.   Die   Kräfte   haben   für   die   30   km   lange   Tour   gereicht, ich    habe    überlebt,    sonst    würde    man    diesen    Bericht    niemals    lesen können.   Wir   hatten   Glück   mit   dem   Wetter,   der   Berg   war   gnädig,   hat uns   hinauf   gelassen.   Ein   Becher   Kaffee   rinnt   noch   durch   die   Kehle, den   Hunger   stillt   ein   Burger   aus   der   Pfanne,   dann   krieche   ich   in   den Schlafsack und bin sofort weg. 
Erich hat sein Ziel erreicht Nur nicht ins Eisloch fallen Auf dem Weg zum Hauptgipfel geht's über den Fortoppen